Dinkel – Warum dieses Korn so besonders ist

Der Dinkel ist zwar mit dem Weizen verwandt, er ist aber um vieles gesünder und nahrhafter. Bei gesundheitsbewussten Konsumenten wird er immer beliebter.

Obwohl Dinkel vom Emmer und Einhorn abstammt, wird er allgemein als das Urkorn bezeichnet. Schon in der Steinzeit wurde er angebaut. Er ist eng mit dem Weizen verwandt, unterscheidet sich aber in vielen Punkten von ihm. Vor etwa 3000 Jahren kam er nach Europa und wurde im Mittelalter zu einer der wichtigsten Getreidesorten. Im 20. Jahrhundert musste er jedoch dem Weizen weichen, weil dieser mehr Ertrag brachte und leichter zu verarbeiten ist. Der Dinkel geriet beinahe in Vergessenheit. Erst in den letzten Jahren brachten ihn der Bioboom und der Trend zur gesunden Ernährung wieder zurück in die Küchen und Backstuben.

Eigenschaften des Dinkels

Dinkelmehl

frischgemahlenes Dinkelmehl

Dinkel ist ein robustes Getreide, das widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse und Schädlinge ist. Er ist eine genügsame Pflanze. Mit Kunstdünger erreicht man bei ihm keine Wirkung. Er ist aufwendiger zu verarbeiten als der Weizen und bringt weniger Ertrag. Dinkel hat einen nussigen Geschmack, der allgemein als angenehm empfunden wird. Sein hoher Anteil an Klebeeiweiß (Gluten) verleiht ihm hervorragende Backeigenschaften. Er kann roh, gekocht, als Keim, als Kleie oder als Mehl verzehrt werden, in keiner dieser Eigenschaften verliert er seine gesunde Wirkung. Wenn er als Mehl verarbeitet werden soll, empfiehlt sich eine Getreidemühle, da im Gegensatz zu Industriemehl mehr Frische und keine Zusatzstoffe gegeben sind. Nur so ist die maximale Verwendung der reichhaltigen Inhaltsstoffe gewährleistet.

Der Dinkel ist ein gesundes und wertvolles Korn

Dinkel enthält mehr Vitamine und Mineralstoffe als der Weizen. Phosphor und Vitamin B tragen zu einem gesunden Aufbau von Gehirn, Leber und Muskelzellen bei, der hohe Anteil an Kieselsäure fördert das Wachstum von Haut und Nägeln sowie die Gedächtnisleistung. Außerdem wird ihm eine stimmungsaufhellende Wirkung nachgesagt. Dinkel und Dinkelprodukte werden oft bei Verdauungsstörungen und Magenproblemen empfohlen. Schon die Heilige Hildegard von Bingen wusste um die gesundheitsfördernde Wirkung des Dinkels. Sie schreibt:

„Dinkel ist das beste Getreide, fettig und kraftvoll und leichter verträglich als alle anderen Körner. Es verschafft dem, der es isst ein resches Fleisch und bereitet ihm gutes Blut. Die Seele des Menschen macht er froh …“

Produkte aus Dinkel

Dinkel volles Korn

nahrhaft und gesund

Aus der Dinkelpflanze lassen sich neben dem klassischen Korn und Kornerzeugnissen (wie Brote aus dem Brotbackautomat) noch andere wertvolle Produkte gewinnen:

  • Dinkelkaffee: Schon Sebastian Kneipp benutzte den gerösteten Dinkel wegen seiner wertvollen Eigenschaften als Kaffeeersatz. Auch heute wird er gerne als Alternative zu Bohnenkaffee verwendet.
  • Dinkelkissen und -matratzen: Sie sind mit Dinkelspreu gefüllt. Der hohe Anteil an Kieselsäure soll durch die Haut hindurch wirken und so gegen Schlaflosigkeit, Nervosität, Migräne, Rückenschmerzen etc. helfen sowie das Immunsystem stärken.
  • Grünkern: Das Dinkelkorn wird hier halb reif geerntet und künstlich getrocknet. Das so hergestellte Mehl ist nicht backfähig, es wird aber wegen seines guten Geschmackes und hohen Nährwertes gerne für Suppen und Bratlinge verwendet.

Wirtschaftlich gesehen ist der Dinkel gegenüber anderen Getreidesorten im Nachteil: Da er schwieriger zu verarbeiten ist, sind er und seine Produkte in der Regel teurer. Doch seine gesundheitlichen Vorzüge heben dieses Manko mehr als auf. Gesundheitsbewusste Konsumenten entscheiden sich immer öfter für Dinkelprodukte und mittlerweile ist er ein fester Bestandteil in den Regalen der Kaufhäuser geworden.

Trauen Sie sich! Verwenden Sie ruhig für Ihr nächstes Brot Dinkel statt Weizen und Roggen. Auch zusätzliche Zutaten wie Buchweizen oder Amaranth können Ihre Brotkreationen verfeinern. Backmischungen sind gut und schön aber wirklich toll sind kreative Brote aus dem Brotbackautomat.

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